Hallo Afrika in Lübeck!
2022 zeigen die LÜBECKER MUSEEN drei Ausstellungen zu Afrika in Lübeck. Mit dieser Webseite verlassen wir die Museumsräume und fragen Sie: Was verbindet Sie mit Afrika? Welche afrikanischen Traditionen leben in Lübeck heute? Welche Spuren kolonialer Geschichte kennen Sie in der Stadt? Wir erinnern wir uns an diese Zeit?
Wir wollen die Gegenwart und die heutige Stadtgesellschaft in die Ausstellungen miteinbeziehen, den Stimmen der afrikanischen Migrant:innencommunity Gehör verschaffen, sowie bisher unbekannte Orte und Erzählungen unserer gemeinsamen Geschichte und Gegenwart im urbanen Raum sichtbar machen.
Das Projekt lebt von Ihren Beiträgen! Wir laden Sie ein, sich einzubringen und mit anderen in Kontakt zu treten!
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https://de.wikipedia.org/wiki/Sultanat_Sansibar
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Erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts kam es zum Abschluss von Handelsverträgen zwischen den drei Hansestädten und afrikanischen Staaten. 1855/56 wurde der Vertrag zwischen dem 1847 entstandenen westafrikanischen Staat Liberia und den Hansestädten geschlossen, 1859 folgte der Vertrag mit dem Sultan von Sansibar an der afrikanischen Ostküste. Im Archiv der Hansestadt Lübeck ist eine Akte mit Verhandlungen und Vertrag erhalten. Der originale Vertrag in arabischer Schrift steckt in einer goldverzierten Seidentasche.
Sansibar bildete bis 1873 das Zentrum des Sklavenhandels an der Küste Ostafrikas. 1890 wurde Sansibar zum britischen Protektorat, aus dem es sich erst 1963 lösen konnte. 1964 vereinigte es sich mit dem benachbarten Tanganjika zum heutigen Staat Tansania.
Fotos: Handelsvertrag der drei Hansestädte mit dem Sultan von Sansibar, 1859 (Archiv der Hansestadt Lübeck); der Hafen von Sansibar, 1861
https://de.wikipedia.org/wiki/Sultanat_Sansibar
Die Lübecker Stadtbibliothek besitzt eine große Anzahl historischer Theaterplakate. Eines von ihnen wirbt für den Auftritt der fünf „Neger-Sänger“ aus Amerika am 2. Januar 1848. Die Reise der Amerikaner lässt sich dank der Digitalisierung vieler Zeitungen und Zeitschriften des 19. Jahrhunderts gut nachvollziehen. In einer Ausgabe der „Musikalischen Zeitschrift“ von 1847 wird ihre Reise beschrieben:
„Es sind fünf Nordamerikaner die sich „Neger-Sänger“ nennen, zu uns herübergekommen, um in Deutschland Lieder zu singen aus dem fernen Urwäldern und Plantagen ihrer Heimat. Diese Sänger-Gesellschaft besteht aus den Herren drei Dryce, Laurain, Adwin, Marly und Stainer, welche sich bei ihrem langen Aufenthalte in den Negerstaaten Nordamerikas mit den Gesängen, Tänzen, Pantomimen und Sitten der dortigen schwarzen Bevölkerung innig vertraut gemacht haben. In England, wo sie bereits seit zwei Jahren in allen großen Städten sich hören ließen, ganz besonders aber in London, haben sie ungeheure Furore gemacht und dreimal vor der Königin gesungen. Von England aus besuchten sie zuerst Holland, wo sie während fünf Monaten 120 Abend Vorstellungen bei stets gefüllten Häusern und unter großem Beifall gegeben, sowie auch zweimal bei Hofe gesungen haben. In Deutschland angelangt, sind sie in Elberfeld bereits aufgetreten, und werden noch im Laufe dieser Woche in Köln Konzert geben.“
Auftritte gab es Ende 1857 auch in Bremen und Hamburg, in Lübeck traten sie zweimal um die Jahreswende 1847/48 auf, anschließend ging es weiter nach Berlin.
Waren die Sänger Afroamerikaner, wie es das Plakat denken lässt? Keineswegs – es handelte sich um einen frühen Fall von Blackfacing. In der Rhein-Mosel-Zeitung vom 11.11.1847 war über einen Auftritt der Sänger in Köln zu lesen: „Zu den Neuigkeiten hier gehört das Auftreten gepottlohter Negersänger, die durch ihre burlesken musikalischen Vorträge Gefallen finden. Sie machen übrigens kein Geheimnis aus ihrer schwarzen Schminke und kehrten nach der ersten Vorstellung wohl gesäubert mit weißer Gesichtsfarbe in das Hotel zurück.“ Pottlohe oder Eisenschwärze war eine „aus Eisen zubereitete Schwärze, deren sich verschiedene Künstler und Professionisten bedienen“.
https://de.wikipedia.org/wiki/Minstrel_Show
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Zur Überraschung des Kaisers sieht er auf dem Bahnsteig zwei Frauen, von denen die eine einen äthiopischen Orden trägt. Er bittet die Frauen in seinen Salonwagen, wo sie ihre Geschichte erzählen: Die ältere Frau ist die Mutter eines Lübecker Ingenieurs, der 1934 in Äthiopien gestorben war; die zweite Frau war seine damalige Gattin, die mit ihm in Äthiopien gewesen war. Im Auftrag der Regierung Äthiopiens war der Ingenieur mit Vermessungsarbeiten beauftragt. Der von dieser Geschichte gerührte Kaiser schenkt der alten Frau spontan 200 Dollar, damals umgerechnet 900 D-Mark. Und auch der Bürgermeister erhält auch ein Geschenk: eine Gedenkmünze aus Gold, keinen Orden, den dem Kaiser ist bekannt, dass in Hansestädten das Tragen von Orden nicht üblich ist.
Foto: Archiv der Lübecker Nachrichten / Hans Kripgans
https://de.wikipedia.org/wiki/Eurafrika
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Fotos: Archiv der Lübecker Nachrichten/Hans Kripgans, 11.1.1970
https://de.wikipedia.org/wiki/Eurafrika
https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Elfenbeink%C3%BCste#Die_unabh%C3%A4ngige_Republik_C%C3%B4te_d%E2%80%99Ivoire_1960_bis_2002
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Foto: Archiv der Lübecker Nachrichten/Hans Kripgans, 16.9.1970
https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Elfenbeink%C3%BCste#Die_unabh%C3%A4ngige_Republik_C%C3%B4te_d%E2%80%99Ivoire_1960_bis_2002
https://de.wikipedia.org/wiki/Black_Star_Line_(Ghana)
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1962 wird ein zweiter bei der LMG gebauter Frachter für Ghana folgen.
Foto: Archiv der Lübeck Nachrichten, Hans Kripgans, 10.5.1961
https://de.wikipedia.org/wiki/Black_Star_Line_(Ghana)
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Foto: Archiv der Lübeck Nachrichten/Hans Kripgans, 6.3.1952
https://www.shipspotting.com/photos/2976001
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Fotos: Archiv der Lübecker Nachrichten/Hans Kripgans, 24.5. (Stapellauf) und 24.8.1951
https://www.shipspotting.com/photos/2976001
https://www.filmothek.bundesarchiv.de/video/593861?q=Badima&xm=AND&xf%5B0%5D=_fulltext&xo%5B0%5D=CONTAINS&xv%5B0%5D=
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Im Auftrag des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung produziert Admasu Badima im selben Jahr einen viertelstündigen Film über sein Land: „Äthiopien, Kaiserreich zwischen gestern und morgen“. Die Dokumentation ist heute auf der Homepage des Bundesarchivs frei anzusehen.
Foto: Archiv der Lübecker Nachrichten/Hans Kripgans
https://www.filmothek.bundesarchiv.de/video/593861?q=Badima&xm=AND&xf%5B0%5D=_fulltext&xo%5B0%5D=CONTAINS&xv%5B0%5D=